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Aaron, ist das Schreiben und Aufnehmen von Musik nach vier Alben und acht Jahren im Geschäft leichter oder schwerer als am Anfang?
Aaron:"Songs zu schreiben, hinter denen wir alle fünf stehen ist verdammt hart, was nicht zuletzt auch daran liegt, dass Rock sehr oft doch ziemlich offensichtlich und vorhersehbar ist. Unter diesen Umständen Deinen eigenen Mix zu finden ohne Dich dabei zu wiederholen oder zweimal dasselbe Album aufzunehmen ist schon eine Herausforderung. Wir hätten ohne Probleme eine weiteres 'Alligator' einspielen können, aber das wollten wir auf gar keinen Fall. Ich denke, dass der kreative Prozess mit jedem Album sogar noch etwas schwieriger wird!" Also täuscht der souveräne Flow von "Boxer"? Im Vergleich zu "Alligator" klingt es erheblich entspannter. Aaron (lächelt):"Ich glaube wir verstehen mittlerweile unser Handwerk einfach besser und das hört man der Musik selbstverständlich an. Einiges geschieht heutzutage im Verborgenen, unter der Oberfläche, wir sind weniger konventionell und klingen auf gewisse Weise hoffentlich auch 'neu'." Gab es eine Art "Plan", wie Euer viertes Album werden sollte? Aaron:"Nein, ich würde eher sagen, dass wir eine Menge Ideen an die Wand geworfen haben, um zu sehen, welche hängen bleiben, viele Dinge sind zufällig entstanden. Wir haben verschiedene Sachen probiert und oft erwiesen sich gerade diejenigen als besonders fruchtbar, zu denen man anfangs das geringste Vertrauen hatte. Bei 'Boxer' waren das vor allem die ruhigen Stücke. Ich glaube, dass The National mittlerweile ein Faible dafür haben sich in die hässlichen Entlein zu verlieben, in jene Songs also, die Raum zum wachsen brauchen und sich nicht sofort offenbahren. Nummern, die dagegen zu direkt oder eingängig sind langweilen uns heutzutage nach dem dritten Hördurchgang!" Also hattet Ihr selbst nicht die geringste Ahnung, was am Ende dabei herausrauskommen würde? Aaron:"Naja...wir hatten ein paar vage Klang-Vorstellungen von Platten, die wir sehr gerne mochten, etwa 'Time Out Of Mind' von Bob Dylan. Es ging uns darum 'echt' zu klingen und das synthetische Element noch weiter zu reduzieren. Darüber hinaus gab es aber keinerlei Masterplan!" (lacht) Fühlt ihr nach all der Zeit überhaupt noch die Notwendigkeit etwas beweisen zu müssen? Aaron:"Aber natürlich, jeder einzelne Gig zwingt Dich dazu, denn Du hast an jedem x-beliebigen Abend das Potential sowohl die schlechteste als auch die beste Band der Welt zu sein. Ein Zwiespalt, den Du immer wieder neu lösen musst. Beim Songschreiben verhält es sich im Übrigen nicht anders: Du schreibst erheblich mehr miese als großartige Stücke. Glücklicherweise sind uns für die neue Platte zwölf Songs eingefallen auf die wir stolz sind, aber daneben gab es auch etliche, die weniger zwingend ausfielen, was der Hörer natürlich nicht mitbekommt. Du siehst: Als Band haben wir uns vor allem selbst etwas zu beweisen, nämlich dass wir in der Lage sind unser Niveau zu halten!" Worin siehst Du denn nun den grundlegenden Unterschied zwischen "Boxer" und "Alligator"? Aaron: (denkt kurz nach)"'Boxer' ist subtiler und risikofreudiger, während in 'Alligator' mehr Beklemmung steckt. 'Boxer' ist insgesamt besinnlicher, nachdenklicher auch wenn die Texte immer noch von Charakteren bevölkert sind, die in innerlichen Konflikten feststecken. Aber der Hauptunterschied besteht auf jeden Fall in dem neuen Level von Subtilität!" |
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